Die Siegerehrung ist vorbei, die letzten Besucher der Innenhafenregatta machen sich langsam auf den Heimweg oder suchen sich einen Platz zum Public Viewing. Schließlich steht das Deutschland-Spiel an, und viele wollen keine Minute verpassen.
Doch während die ersten Fans bereits vor den Bildschirmen sitzen, laden andere noch das letzte Equipment in den LKW. An unserer „Feuerwache“, wie wir unser Vereinsgebäude am Wolfssee nennen, wartet bereits die nächste Gruppe auf die erste Bootsladung. Die Fahrer mit den Bootsanhängern sind noch unterwegs.
Sie alle werden das Spiel wohl nicht mehr sehen....
Aber sie verzichten gerne darauf, um auch die 25. Innenhafenregatta erfolgreich zu Ende zu bringen.
Dabei beginnt das Regattawochenende für die Kanugilde bereits am Donnerstagnachmittag. Dann werden bis zum späten Abend die Boote aus den Regalen geholt, auf die Anhänger getragen, zum Innenhafen transportiert, wieder abgeladen und aufs Wasser gebracht.
Auch das gesamte Equipment muss verladen werden: Trommeln, Drachenköpfe, Schwimmwesten, Bierzeltgarnituren und vieles mehr.
Am Freitag geht es dann ab 11 Uhr mit dem Aufbau weiter. Pavillons und Sonnenschirme werden aufgestellt, für jede Bahn 42 Schwimmwesten und 40 Paddel bereitgelegt, die Bierzeltgarnituren für die Fahrerlager aufgebaut, Start, Ziel und das Versorgungszelt eingerichtet, sowie die Köpfe und Schwänze an den Booten montiert.
Und dann beginnt das eigentliche Regattawochenende.
Ein eingespieltes Team an allen Fronten
Während der drei Veranstaltungstage braucht es nicht nur viele Helfer, sondern vor allem engagierte Menschen.
Menschen, die an den Stegen Schwimmwesten ausgeben, beim Boarden unterstützen und dafür sorgen, dass die Teams möglichst reibungslos aufs Wasser kommen.
Menschen wie unsere Zeitnehmer im Ziel, die konzentriert jede Platzierung erfassen.
Oder wie die Helfer am Start, die darauf achten, dass die Boote sauber ausgerichtet sind und den perfekten Moment für den Startschuss abwarten. Gerade bei Windverhältnissen wie an diesem Wochenende ist das alles andere als einfach.
Und auch wenn die Stimme manchmal nervt, wenn sie wieder einmal sagt:
„Abbruch, alle Boote zurück!“, lieben wir sie doch spätestens wieder bei:
„Are you ready ... Attention ... Go!“
Nicht wegzudenken sind auch unsere Steuerleute auf den Booten. Sie sind es, die spätestens am Montag heiser sind, weil sie mitzählen, die Teams antreiben und die Boote – gerade bei den anspruchsvollen Windverhältnissen an diesem Wochenende – auf Kurs halten. Sie tragen die Verantwortung auf dem Wasser und sorgen dafür, dass die Teams gut ins Ziel kommen.
Erwähnt werden muss auch unser Regattabüro. Dort werden Fragen beantwortet, Probleme gelöst, Zeiten eingepflegt sowie Cup-Einteilungen, die Platzierungen in den Finalrennen und am Ende Ergebnisse erstellt. Oft unsichtbar für die Teams, aber unverzichtbar für einen reibungslosen Ablauf.
Nicht vergessen dürfen wir die guten Seelen, die für das leibliche Wohl sorgen. Unser Catering-Team und die Helfer hinter den Kulissen versorgen die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer mit Essen und Getränken und sorgen dafür, dass niemand hungrig durch den Tag gehen muss.
Und dann gibt es noch die Menschen, bei denen man meinen könnte, sie würden für eine Wanderung trainieren. Sie laufen unzählige Male den Innenhafen auf und ab, immer dorthin, wo gerade etwas fehlt oder Unterstützung gebraucht wird.
Unsere Orga-Herzen.
Die Menschen, die scheinbar gleichzeitig überall sein können und immer dort auftauchen, wo gerade etwas hakt.
Nach der Regatta ist vor der Regatta
Doch nach der Innenhafenregatta ist bekanntlich vor der Innenhafenregatta.
Schon bald beginnt die Planung für 2027. Dann werden wieder Köpfe zusammengesteckt, Gespräche geführt, Bestellungen aufgegeben und Ausschreibungen vorbereitet.
Anmeldungen und Zahlungen werden bearbeitet, Rechnungen geschrieben, Fragen beantwortet und die Informationen auf der Internetseite aktuell gehalten.
Unsere Organisation erstellt Helferpläne, koordiniert unzählige Aufgaben und wird nicht müde, nachzufragen, wenn irgendwo noch Unterstützung benötigt wird.
Die Steuerleute verbringen viele Stunden mit Trainingseinheiten auf dem Wasser. Für das Sponsorentraining werden zusätzliche Helfer am Grill oder Getränkestand gebraucht.
Und schließlich gibt es auch noch die technische Seite der Regatta: die Programmierung der Buchungssoftware, die Pflege der Webseite und der Live-Ergebnis-Seite sowie vieles mehr.
All diese Aufgaben werden von Menschen übernommen, die ihre Freizeit investieren, Verantwortung übernehmen und mit viel Herzblut dazu beitragen, dass Jahr für Jahr eine ganz besondere Veranstaltung stattfinden kann. Eine Veranstaltung, die seit vielen Jahren Tausende Sportlerinnen und Sportler sowie Besucherinnen und Besucher in den Duisburger Innenhafen lockt und als größte Drachenboot-Fun-Regatta der Welt im Guinness-Buch der Rekorde geführt wird.
Warum in diesem Artikel keine Fotos gezeigt werden
Und weil wir all diese Helferinnen und Helfer niemals gemeinsam auf ein Foto bekommen würden – und weil wir garantiert irgendjemanden vergessen würden –, bleibt dieser Artikel bewusst gesichtslos.
Dabei hat unser ehrenamtlicher Vereinsfotograf auch an diesem Wochenende wieder unzählige Fotos geschossen, Videos aufgenommen und viele Gesichter eingefangen.
Die Gesichter all der Menschen, die diese Regatta möglich machen.
Euch allen gilt unser Dank.
Für Eure Zeit.
Für Euren Einsatz.
Für Eure Leidenschaft.
Und dafür, dass Ihr Jahr für Jahr dazu beitragt, die Innenhafenregatta zu etwas ganz Besonderem zu machen.
